Mutterkraut
Botanischer Name
Mutterkraut – Tanacetum parthenium (L.) Sch. Bip.
Familie
Korbblütler (Asteraceae)
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tanacetum_parthenium_Bl%C3%BCten.JPG
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Steffen Heinz Caronna, CC BY 3.0
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Allgemeines zur Pflanze
Das Mutterkraut stammt ursprünglich aus den Regionen des Kaukasus, Vorderasiens und der Balkanhalbinsel. Schon im Mittelalter wurde es in ganz Europa kultiviert und ist heute auch in Nord- und Südamerika eingebürgert. In Mitteleuropa wächst es häufig in der Nähe menschlicher Siedlungen – etwa an Wegrändern, Zäunen, Böschungen oder auf Brachflächen – oft als verwilderte Gartenpflanze.
Bereits in der Antike war das Mutterkraut bekannt. Autoren wie Dioskurides, Galen und Theophrast beschrieben es unter dem griechischen Namen „parthénium“ (von parthénos = Jungfrau) – ein Hinweis auf seine traditionelle Verwendung bei Frauenleiden. Der frühere botanische Name Matricaria parthenium (von mater = Mutter bzw. matrix = Gebärmutter) verweist ebenfalls auf diese volkstümliche Anwendung. Heute ist die Pflanze in der Gattung Tanacetum eingeordnet.
Das Mutterkraut ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die 30 bis 80 cm hoch wird. Sie besitzt gefiederte, hellgrüne Blätter mit grob gezähnten, stumpfen Lappen. Der Stängel ist kahl und stark verzweigt. Die zahlreichen Blütenköpfe, 1,2 bis 2,2 cm groß, setzen sich aus weißen Zungenblüten und gelben Röhrenblüten zusammen und stehen in lockeren Doldenrispen. Kulturformen weisen häufig gefüllte Blüten auf. Die Blütezeit reicht von Juni bis August.
Verwendete Pflanzenteile (Droge)
Als Droge dient das zur Blütezeit gesammelte Kraut (Tanaceti parthenii herba), bestehend aus Blättern, Blüten und Stängeln.
Das im Handel verfügbare Pflanzenmaterial stammt überwiegend aus Anbaugebieten in Spanien, England und Mitteleuropa.
Inhaltsstoffe
Die Hauptwirkstoffe des Mutterkrauts sind ätherisches Öl (mit Campher als Leitkomponente), Sesquiterpenlactone wie Parthenolid sowie Flavonoide.
Qualität
Die Qualitätsanforderungen für Mutterkraut sind im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.) festgelegt.
Medizinische Anwendung
Bewertung durch Fachgremien:
Das HMPC (Committee on Herbal Medicinal Products) stuft Mutterkraut als traditionelles pflanzliches Arzneimittel ein.
Nach den Monographien der ESCOP wird es zur Vorbeugung von Migräneanfällen eingesetzt.
Eine Bewertung durch die Kommission E liegt nicht vor, da Mutterkraut zum Zeitpunkt der damaligen Arbeiten in Deutschland keine medizinische Bedeutung hatte.
Traditionelle Anwendung:
Basierend auf langjähriger Erfahrung wird Mutterkraut zur Migräneprophylaxe verwendet, sofern ärztlich keine Gegenanzeigen bestehen.
Zubereitung eines Teeaufgusses (wenig gebräuchlich)
150 mg fein pulverisiertes Mutterkraut werden mit heißem Wasser übergossen, 10 Minuten ziehen gelassen und anschließend durch ein Filterpapier abgeseiht.
Hinweise zur Anwendung
Bei bekannter Allergie gegen Korbblütler (Asteraceae) sollte Mutterkraut gemieden werden, da Kreuzreaktionen auftreten können.
Mangels ausreichender Sicherheitsdaten wird von einer Anwendung in Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren abgeraten.
Neben- und Wechselwirkungen
Bekannte Nebenwirkungen: In seltenen Fällen können leichte Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Wechselwirkungen: Keine bekann